ADG-Infoservice Arbeitsrecht

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Compliance-Regeln, Digitalisierung, Arbeitszeitmodelle und Fachkräftemangel  – das Arbeitsrecht wird immer wieder von neuen Tendenzen beeinflusst. Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt spiegeln sich im Arbeitsrecht deutlicher als in jedem anderen Rechtsgebiet wider. Damit Sie nicht den Anschluss verlieren und stets auf dem Laufenden bleiben, informieren wir Sie ab sofort in unserem ADG-Infoservice zu allgemeinen und aktuellen arbeitsrechtlichen Fragestellungen, Entwicklungstrends und ausgewählten Spezialthemen. Darüber hinaus halten wir einen Praxistipp und eine wertvolle Information aus unserer Serie "Die größten Irrtümer im Arbeitsrecht" für Sie bereit. Diese Infoservice-Ausgabe widmet sich dem Thema Zeugnisse und zeigt sowohl Grundsätze als auch praktische Tipps zur Zeugniserstellung auf.

Zeugnisse

Das Thema Zeugnis ist in Personalabteilungen und bei den relevanten Vorgesetzten immer wieder ein Diskussionspunkt und oft auch eine subjektiv lästige Pflicht – gerade wenn ein Arbeitnehmer ein Zeugnis erhalten soll oder will, der im Streit gegangen ist.

Aus diesem Grund wollen wir mit diesem Infoservice einige wichtige Grundsätze zum Arbeitszeugnis aufzeigen und den Usern eine Checkliste für die Zeugniserstellung mitgeben.

  • Grundsätze für die Zeugniserstellung

    1. Jeder Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Dies gilt für Voll- oder Teilzeitbeschäftigungen, Nebenbeschäftigungen, befristete oder unbefristete Arbeitsverhältnisse, freiberufliche oder fest angestellte Tätigkeit, Aushilfstätigkeit, Praktikanten- oder Probearbeitsverhältnisse und natürlich auch Ausbildungsverhältnisse.

    2. Ein Arbeitszeugnis muss (erst) erstellt werden, wenn der Arbeitnehmer es verlangt. Bei der Beendigung eines Berufsausbildungsverhältnisses ist der Arbeitgeber jedoch immer verpflichtet, das Zeugnis zu erteilen. Der Auszubildende muss dies nicht erst verlangen.

    3. Schon nach kurzer Beschäftigungsdauer – regelmäßig nach wenigen Wochen - ist regelmäßig ein qualifiziertes Zeugnis zu erteilen. Hierin wird zusätzlich zu den Angaben im einfachen Zeugnis auch die Leistung und Führung beschrieben. Die Rechtsprechung gesteht dem Arbeitnehmer ein Wahlrecht zu, er kann zwischen einem einfachen oder qualifizierten Zeugnis wählen.

    4. Das Arbeitszeugnis steht dem AN nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes nicht erst am letzten Arbeitstag zu, sondern unmittelbar nach der Kündigung. Dieses Zeugnis kann die Überschrift "vorläufiges Zeugnis" erhalten. Am letzten Arbeitstag wird es dann vom Schlusszeugnis ersetzt. Liegen keine besonderen Umstände vor, darf das Schlusszeugnis vom vorläufigen Zeugnis nicht negativ abweichen.

    Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Anspruch auf Erteilung eines Arbeitszeugnisses nach einem längeren Zuwarten auch verwirken oder einer (tariflichen oder vertraglichen) Ausschlussfrist unterliegen.

    5. Ein Zwischenzeugnis kann ein AN im Ergebnis jederzeit verlangen. Liegt ein nachvollziehbarer Grund für das Verlangen vor, muss der Arbeitgeber das Zeugnis unverzüglich erteilen. Ein nachvollziehbarer Grund liegt vor, wenn der Ablauf der Probezeit bevorsteht, eine Versetzung ansteht, der Vorgesetzte wechselt, der AN sich neu bewerben möchte, das Zeugnis für eine Fortbildungsmaßnahme erforderlich ist, das Ende des Arbeitsverhältnisses aufgrund einer Befristung bereits feststeht.

     

  • Checkliste für die Zeugniserstellung

    a)    Ordentlicher, aktueller nicht geknickter Geschäftsbogen mit Adresse der Firma

    b)    Überschrift: Zeugnis, Ausbildungszeugnis, vorläufiges Zeugnis oder Zwischenzeugnis

    c)     Vor- und Zuname, Geburtsdatum, Titel, dagegen Geburtsort nicht erforderlich

    d)    Beschäftigungszeitraum mit Eintritts- und Beendigungsdatum (von .... bis....).

    e)    Positions- und Tätigkeitsbezeichnung (bei Versetzungen, wesentlichen Änderungen des Arbeitsbereiches und Beförderungen unter Umständen mit Zeitabschnitten)

    f)      Längere Zeiten der Nichtbeschäftigung können genannt werden zum Beispiel bei Erziehungsurlaub oder Ableistung des Wehrdienstes.

    g)    Genaue Beschreibung der verschiedenen Aufgaben und Tätigkeiten. Dabei muss die Beschreibung umso genauer sein, je umfangreicher und verantwortungsvoller die Tätigkeit war.

    h)    Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, wenn diese für die Qualifikation oder die Leistungsbereitschaft bedeutsam sind.

    i)      Leistungsbeurteilung:

    • Fachwissen und Fertigkeiten nach den Kriterien Arbeitsgüte, Arbeitsmenge und Arbeitsbereitschaft (selbständiges Arbeiten, Fleiß, Zuverlässigkeit, Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein, Vertrauenswürdigkeit, Belastbarkeit, Stärken, Erfolge).
    • Statt der üblichen Formulierungen "hat stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" Note 1, "hat stets zu unserer Zufriedenheit" - Note 3 – gearbeitet“ empfehlen wir eindeutige und sprachlich richtige Schulnoten, siehe Video Rechtstipp des Monats

    j)      Bewertung des Verhaltens des Arbeitnehmers gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden Freundlichkeit, Zusammenarbeit mit Kollegen und Vorgesetzen) und Beurteilung der Führungsqualitäten bei Vorgesetzten.

    k)     Beendigung des Arbeitsverhältnisses:

    • Angabe des Austrittstermins. Die Art der Kündigung und der Beendigungsmodalitäten darf nur auf Wunsch des Arbeitnehmers aufgenommen werden.

    l)      Schlussformeln Dank für die gute Zusammenarbeit, Bedauern des Ausscheidens und gute Wünsche für die Zukunft. Die Schlussformel ist allerdings nicht zwingend, der Arbeitgeber dazu nicht verpflichtet.

    m)   Unterschrift vom Arbeitgeber oder des von ihm Beauftragten, der ranghöher als der Beurteilte muss.

    n)    Ausstellungsdatum: Datum des Endes des Arbeitsverhältnisses.

"Die größten Irrtümer im Arbeitsrecht"


"Praxistipp des Monats"


ADG-Veranstaltungen zum Thema Arbeitsrecht



Qualifizierungsreihen

Zielgruppe
Branche
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Onlinekurs Personalmanagement
SRB119-107
Führungskräfte und Spezialisten, Spezialisten, Vorstände
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25.04.2019-11.07.2019
ADG-Webinarreihe: Einstieg ins Arbeitsrecht für Betriebsräte
SRB119-049
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Webinar
03.07.2019-12.11.2019
25. Zertifizierter Personalleiter (ADG/VR)
SRB119-053
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Qualifizierungsprogramme
09.09.2019-29.11.2019


Seminare

Zielgruppe
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Personalrisiko – Maßnahmen zum Management und der Steuerung in Ihrer Bank
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19.08.2019-21.08.2019
Arbeitsrecht für Arbeitgeber in Genossenschaftsbanken – Kollektivarbeitsrecht
SB119-0662
Führungskräfte, Spezialisten, Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
21.08.2019-23.08.2019
18. Forum Vorstände und Personaler 2019
SB119-0670
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26.09.2019-27.09.2019


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ADG-Webinar: Rechtliche Aspekte von Home-Office
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