Serie „Gesund führen“: Warum die meisten Menschen keine Veränderungen mögen

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Ob im Arbeitsalltag, in Transformationsprozessen oder Krisensituationen – wer als Führungskraft psychische Prozesse versteht, kann besser auf sich und die Menschen in seinem Umfeld eingehen. In der ADG Newsletter-Serie „Gesund führen“ erklären Experten des genossenschaftlichen Beratungsunternehmens Human Protect Consulting (HPC), was Menschen bewegt und wie Herausforderungen der Arbeitswelt besser psychisch verarbeitet werden können. In dieser Ausgabe: Warum die meisten Menschen keine Veränderungen mögen.

In Zeiten des immer schneller werdenden Wandels nimmt der Veränderungsdruck auf Organisationen – und die Menschen, die ihnen angehören – stetig zu. Die Bereitschaft und Fähigkeit, Veränderungen anzunehmen, hat immer mehr Bedeutung in der Arbeitswelt. Aber warum fällt es uns oft so schwer, uns an Veränderungen anzupassen?

„Kurz gesagt: Das Gehirn liebt Routinen“, sagt Karin Clemens, Diplom-Psychologin und Geschäftsführerin von HPC. „Ein Großteil unseres Verhaltens, Denkens und Fühlens läuft weitestgehend automatisiert ab. Die Fahrt zur Arbeit, die Begrüßung am Telefon, das Tippen auf der Tastatur – alle diese Handlungen führen Menschen durch, ohne dass sie ihnen wirklich bewusst sind.“ Durch Wiederholungen lernen Personen diese Routinen. Diese Routinen wiederum reduzieren Verarbeitungsprozesse und sparen Energie.


Emotionen spielen eine wichtige Rolle

Veränderung bedeutet, vertraute Pfade zu verlassen und sich auf eine unbekannte Situation einlassen zu müssen. Gelernte Routinen werden aufgebrochen. Clemens: „Oft gelingt es nicht, Veränderungen positiv als Herausforderung zu sehen, sondern gehen einher mit Gefühlen von Angst, Bedrohung und Verlust.“ Das Neue wird solange nicht als positiv interpretiert, wie damit zum Beispiel eine Belohnung verbunden wird. „In Change-Prozessen ist es nicht damit getan, gute Argumente für den Veränderungsdruck hervorzubringen. Veränderungen müssen sich für den Einzelnen auch positiv anfühlen“, so die Expertin. „Emotionen spielen in allen Bereichen eine wichtige Rolle.“


Führungskräfte sind oft offener für Neues

Wie offen jemand für Veränderungen ist, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und hängt stark von seinen Erfahrungen ab. „Interessant für Veränderungsprozesse in Organisation ist: Bei Führungskräften scheint die Offenheit für Neues überdurchschnittlich häufig vorzukommen“, sagt Clemens. Gleichzeitig fällt es ihnen dann aber auch nicht leicht zu akzeptieren, dass Mitarbeiter nicht begeistert von Change-Prozessen sind. Der Rat der Expertin: Bringen Sie Verständnis für diejenigen auf, die sich mit Veränderungen schwer tun und versuchen Sie als Führungskraft, den Wandel auch emotional mit etwas Positivem für Ihre Mitarbeiter zu verbinden.

Ihr Ansprechpartner in der ADG

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Dr. Christoph Stumm

Master of Global Management, Dipl.-Betriebswirt (FH)
Teamleiter, Produktmanagement für: TOP-Programmgruppe, ADG Club, ADG-Vorstandsforum


Ihr Ansprechpartner bei Human Protect

HPC, eine Tochter der R+V Versicherung, bietet für Unternehmen und deren Mitarbeiter wirkungsvolle Beratung und Begleitung zur Stärkung, Bewahrung und Wiederherstellung der psychischen Gesundheit.


Karin Clemens
Tel.: 0221 379993-11

clemens@humanprotect.de

www.humanprotect.de