ADG-Infoservice Regulatorik

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In unserer heutigen Ausgabe des ADG-Infoservice geben wir Ihnen einen Überblick darüber, welche Entscheidungen, Regelungen und Konzeptionen im aufsichtsrechtlichen Bereich wichtig für Ihre tägliche Praxis werden. So hat die BaFin beispielsweise eine Neufassung ihres Rundschreibens für Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch veröffentlicht. Darüber hinaus erwarten Sie weitere spannende Themen.

NPLs – EBA verabschiedet Leitlinie für kleine Banken

Bereits in unserem ADG-Infoservice vom Juli dieses Jahres haben wir darüber berichtet, dass die europäische Bankenaufsicht rund um Notleidende Kredite (non performing loan) mehrere Dokumente veröffentlicht hat. In diesem Rahmen haben wir Sie auch über den Entwurf einer Leitlinie zur Verwaltung von notleidenden oder unterlassenen Krediten (Guidelines on management of non-performing and forborne exposures – EBA-NPL-Guidelines) der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde – EBA (European Banking Authority) informiert. Diese Guideline richtet sich an alle zuständigen Aufsichtsbehörden, die Europäische Zentralbank sowie an alle Kreditinstitute. Die EBA hat diese Leitlinie in der vergangenen Woche final veröffentlicht – sie ist ab dem 30. Juni 2019 anzuwenden.

Wie bereits der Entwurf, weist auch der finale Leitfaden die Verpflichtung aus, dass Banken mit einer NPL-Quote von 5 % eine Strategie zum Umgang mit NPEs erarbeiten müssen. Weiterhin bedarf es bei diesen Instituten einer angemessenen Governance und Ablauforganisation.


Abschlussprüferaufsicht – Fragebogen der Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS)

Bereits im Oktober hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, dass im Auftrag der Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) Fragebögen an ausgewählte Prüfungsausschussvorsitzende verschickt würden. Hintergrund sei die gestärkte Rolle der Prüfungsausschüsse durch die Reform der entsprechenden Gesetzgebung im Jahr 2016. Nach Aussage von Ralf Bose, Leiter der APAS, möchte seine Behörde mithilfe der Fragebögen in Erfahrung bringen, wie die Prüfungsausschüsse mit den erweiterten Verantwortlichkeiten umgehen, welche Herausforderungen sie im Zusammenhang mit den neuen Vorschriften sehen und wo weitere Informationen erforderlich seien. Bose betont, dass der Fragebogen für alle Prüfungsausschüsse ein nützliches Werkzeug zur Selbsteinschätzung darstelle und die nicht angeschriebenen Ausschüsse keineswegs von der Beantwortung der Fragen ausgeschlossen seien.


Fünfte Konferenz der BaFin - IT-Aufsicht in Banken

Bereits zum fünften Mal fand Ende September die BaFin-Konferenz „IT-Aufsicht bei Banken“ statt.

Nachdem Raimund Röseler, BaFin-Exekutivdirektor, die 450 Teilnehmer begrüßt und noch einmal die Bedeutung von funktionsfähigen und sicheren IT-Systemen verdeutlicht hatte, ergriff Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Wort. Er berichtete in seinem Vortrag, dass die organisierte Kriminalität mehr Gewinne mit Cybercrime als mit Drogen mache und wies darauf hin, dass die zehn am meisten genutzten Softwareprodukte im Jahr 2017 über 1.000 Sicherheitslücken enthielten.

Weitere Redner waren  u. a. Jens Obermöller, Referatsleiter der Gruppe IT-Aufsicht, der einen Überblick über die Arbeitsschwerpunkte gab und deren organisatorischen Aufbau erläuterte. Er verdeutlichte auch, dass sich die BaFin zukünftig stärker den Fragen der Resilienz von IT-Systemen und der Krisenreaktion widmen werde. Dies sei die Konsequenz daraus, dass ein wesentlicher Teil der gemeldeten IT-Vorfälle im Bereich der Cyber-Hygiene begründet liege. So z. B. im Bereich unzureichender Tests und fehlerhafter Konfigurationen.

Ira Steinbrecher, Leiterin eines Referates der Gruppe IT-Aufsicht, legte den Fokus ihres Vortrages auf den Bereich des Cloud-Computing. Hier stellte sie eine Orientierungshilfe vor, in welcher BaFin und Deutsche Bundesbank ihre aufsichtsrechtliche Einschätzung zur Auslagerung an Cloud-Anbieter verdeutlichen. Diese Orientierungshilfe werde auch veröffentlicht, in ihr seien aber keine neuen Anforderungen formuliert.

Über Ziel und Grundprinzipien sowie erste Erfahrungen aus der Prüfungspraxis berichteten Renate Essler und Dr. Michael Paust von der Deutschen Bundesbank. Sie erläuterten, dass ein wichtiger Meilenstein bei der Weiterentwicklung der BAIT die Ergänzung des Kapitels „Kritische Infrastrukturen“ gewesen sei. Die neuen/erweiterten BAIT wurden erst einige Tage vor der Konferenz durch die BaFin veröffentlicht. Dieses Modul richtet sich an die Banken, die gemäß BSI-Kritis Verordnung als Betreiber kritischer Infrastrukturen beim BSI registriert sind.                                                                 

Rainer Englisch, Deutsche Bundesbank, berichtete über die BAIT-Anforderungen  zum Einsatz individueller Datenverarbeitung und die Erfahrungen aus der IT-Prüfungspraxis. Tobias Schmidt und Dr. Felix Strassmair-Reinshagen, beide von der Gruppe IT-Aufsicht, referierten über die Sicherheit im Zahlungsverkehr nach dem Inkrafttreten des novellierten Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG). Den Ansatz der Europäischen Zentralbank bei der IT-Aufsicht von bedeutenden Instituten erläuterte Claus Sengler vom Einheitlichen Aufsichtsmechanismus SSM (Division Centralised on-site Inspections).



ADG-Infoservice-Seminare mit rechtlichem und aufsichtsrechtlichem Bezug in 2019

In Zeiten sich ständig ändernder rechtlichen Vorgaben und Regelungen den Überblick zu behalten, fällt zunehmend schwerer. Mit unseren Seminaren mit rechtlichem bzw. aufsichtsrechtlichem Hintergrund verlieren Sie im Regulierungsdickicht von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien nicht den Überblick und sind jederzeit auf dem aktuellen Stand.

Nachfolgend haben wir Ihnen alle Seminare mit rechtlichem und aufsichtsrechtlichem Bezug aufgelistet, die wir im ersten Quartal 2019 in unserem Angebot haben:

Zielgruppe
Branche
Veranstaltungsformat
Datum


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