ADG-Infoservice Regulatorik

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In unserer heutigen Ausgabe des ADG-Infoservice geben wir Ihnen einen Überblick darüber, welche Entscheidungen, Regelungen und Konzeptionen im aufsichtsrechtlichen Bereich wichtig für Ihre tägliche Praxis werden. So hat die BaFin beispielsweise eine Neufassung ihres Rundschreibens für Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch veröffentlicht. Darüber hinaus erwarten Sie weitere spannende Themen.

Neues Rundschreiben der BaFin – Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat mit Datum vom 12. Juni 2018 eine Neufassung des Rundschreibens für Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch auf ihrer Homepage veröffentlicht. Als Grund für die Neufassung führt sie notwendige Anpassungen an internationale Entwicklungen an.

In ihrer Pressemitteilung erläutert die BaFin, dass das neue Rundschreiben keinen Vorgriff auf zukünftige Regeln zur Messung und Steuerung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch darstelle und beschränkt sich weiterhin auf die Berechnung des Standardschocks (+/- 200 Basispunkte). Die Aufsicht verdeutlicht, dass sie bestrebt sei, den Anpassungsbedarf möglichst gering zu halten, der durch die Umsetzung der im April 2016 veröffentlichten Baseler Standards zum Zinsänderungsrisiko im Rahmen der aktuellen Überarbeitung der EBA-GLs und der zu erwartenden Neuerungen in der CRD V bzw. CRR II nötig wird.

Das Anschreiben erläutert auch drei wesentliche Änderungen gegenüber dem bisherigen Rundschreiben 11/2011 (BA):

1. Berücksichtigung von Cashflows ohne Margen

Die EBA-GLs von 2015 sowie die Baseler Standards aus dem Jahr 2016 erlauben den Banken, bei der Berechnung der Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch die Cashflows ohne Margen, also auf Basis des „Innenzinssatzes“ bzw. des laufzeitadäquaten Geld- und Kapitalmarktzinssatzes, zu berücksichtigen. Als Konsequenz daraus fordert die deutsche Aufsicht im neuen Rundschreiben die Berücksichtigung von Margencashflows nicht mehr verbindlich. Im Rahmen der FinaRisikoV, welche im weiteren Verlauf des Jahres 2018 überarbeitet wird, ist die Bankenaufsicht mit Blick auf das Meldewesen über die Behandlung der Margencashflows zu informieren. Bei einer Nichtberücksichtigung von Margen im Zinsänderungsrisiko weist die Aufsicht daraufhin hin, dass dem aus den Margen resultierenden Risiko in den internen Risikosteuerungs- und -controllingprozessen angemessen Rechnung getragen wird.


2. Streichung des Ausweichverfahrens

Das im bisherigen Rundschreiben enthaltene Ausweichverfahren wurde im Rahmen der Neufassung des Rundschreibens gestrichen. Diese Vorgaben, so die BaFin, seien im Rahmen der MaRisk Novelle 2017 umgesetzt worden. Banken müssten zukünftig in der Zinsrisikomessung beide Steuerungsperspektiven  (barwertig als auch ertragsorientiert) berücksichtigen.


3. Alternative Schockhöhe

In den EBA-GLs von 2015 findet sich als alternative Schockhöhe das 1. und 99. Perzentil der eintägigen Zinsänderung der letzten fünf Jahre skaliert auf ein 240-Tage-Jahr. Diese Vorgabe findet sich im überarbeiteten Rundschreiben nicht. Dies begründet die Aufsicht damit, dass sie eine einheitliche Vorgehensweise auf europäischer Ebene, auch im Rahmen der Neufassung der EBA-GLs, für fraglich hält.

 

Gegenüber der Konsultation wurden gemäß den Ausführungen der BaFin auch noch Änderungen vorgenommen:

Um Doppelberechnungen zu vermeiden, wird Instituten, die den Zinsschock an die EZB melden müssen, durch eine Einfügung im Abschnitt 2 die Möglichkeit eingeräumt, die hierfür ermittelten Daten und Werte auch an die deutschen Aufsichtsbehörden zu melden. Dies kann durch das Template SAKI, das als Anlage der FinaRisikoV beiliegt, geschehen. Sofern Institute der direkten Aufsicht der EZB unterliegen und diese Erleichterung nutzen, finden die Abschnitte des neuen Rundschreibens, welche die Berechnung des Zinsschocks regeln, keine Anwendung, soweit diesbezügliche Vorgaben der EZB für die von ihr erwarteten Meldungen abweichen.

Unter Abschnitt 4.3 wird der Begriff der unmittelbaren Pensionsverpflichtungen konkretisiert, indem hier auf handelsrechtliche Regelungen Bezug genommen wird. Unter Abschnitt 4.3 wurden zum Zwecke der Konkretisierung der einzubeziehenden zinssensitiven Optionen die Unterkategorien marktzinsabhängige bzw. marktzinsunabhängige Optionen verwendet.

Zur Klarstellung wird im Anschreiben darauf hingewiesen, dass hinsichtlich der Auslagerung der Berechnung des Baseler Zinsschocks die allgemeinen Regelungen nach AT 9 MaRisk gelten.

Hinsichtlich der Berücksichtigung von unmittelbaren Pensionsverpflichtungen im Zinsschock erläutert die Aufsicht, dass keine Bedenken bestünden, wenn hierauf bei nur unwesentlichen Auswirkungen auf das gesamte Zinsänderungsrisiko verzichtet wird. Dies muss allerdings hinreichend dokumentiert und jederzeit für eine Überprüfung zugänglich sein. Cashflows aus unmittelbaren Pensionsverpflichtungen müssen nicht vierteljährlich aktualisiert werden, sofern es keine Anhaltspunkte gibt, dass diese Pensionsverpflichtungen unterjährig signifikant schwanken bzw. die unterjährige Veränderung einen signifikanten Einfluss auf das Ergebnis des Zinsschocks hat.

Neues Rundschreiben der BaFin herunterladen



Rundschreiben 08/2018 (BA) – Meldung schwerwiegender Zahlungssicherheitsvorfälle

Am 7. Juni 2018 hat die BaFin das neue Rundschreiben zur Meldung schwerwiegender Zahlungssicherheitsvorfälle veröffentlicht. Dieses Rundschreiben setzt die Anforderungen der EBA-Leitlinien für die Meldung schwerwiegender Vorfälle gemäß der Richtlinie (EU) 2015/2366 (PSD 2) um und konkretisiert damit die Anforderungen des § 54 Abs. 1 Satz 1 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG).

Das Rundschreiben enthält Vorgaben zum Meldeprozess und den Kriterien, die für die Klassifizierung von Vorfällen als schwerwiegende Zahlungssicherheitsvorfälle berücksichtigt werden sollen.

Das Anschreiben der BaFin erläutert, dass dieses Rundschreiben die Meldepflichten gemäß Nr. 3.2 des Rundschreibens 4/2015 (BA) – Mindestanforderungen an die Sicherheit von Internetzahlungen (MaSI) – ersetzt. In den übrigen Punkten ist das Rundschreiben allerdings noch anzuwenden.

Meldungen über Zahlungssicherheitsvorfälle sind über die Melde- und Veröffentlichungsplattform (MVP-Portal) der BaFin zu übermitteln. Technische Hinweise zur Abgabe von Meldungen über das MVP-Portal finden sich hier.  


Die BaFin erklärt, dass eine separate Meldung an die Bundesbank nicht erforderlich sei. Sie informiere die Bundesbank über den Eingang und den Inhalt der Meldungen.

Die Aufsicht empfiehlt, sich bei der Klassifizierung eines Vorfalles an den Kriterien und Schwellenwerten im Rundschreiben zu orientieren. Sofern genaue Werte zur Anzahl an betroffenen Zahlungsdienstnutzern, betroffenen Transaktionen und dem betroffenen Transaktionsvolumen gar nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand ermittelt werden können, darf bei der Ermittlung der Fallzahlen und Referenzwerte bei Bedarf auch auf plausible eigene Schätzungen zurückgegriffen werden. Hierbei sollen Erfahrungswerte berücksichtigt werden. Es muss keine Meldung eingereicht werden, wenn die Schwellenwerte nicht erreicht werden. Als Beispiel führt die Aufsicht an, dass der Ausfall eines einzelnen Geldautomaten grundsätzlich nicht meldepflichtig sei, sofern die vorgegebenen Kriterien und Schwellenwerte nicht erfüllt werden.

Die Aufsicht empfiehlt die Verwendung des XML-Formats, um Meldungen über das MVP-Portal oder die bereitgestellte SOAP Web-Service Schnittstelle zu übermitteln. Als Alternative stellt die Aufsicht ein Web-Formular über das Portal zur Verfügung.

 

Anzeigen an die BaFin nach den Nummern 2.11, 2.14, 2.18, 3.1 c und 3.4 des vorliegenden Rundschreibens, können an die zentrale E–Mail-Adresse zahlungssicherheitsvorfall-meldung@bafin.de oder alternativ an die Fax-Nummer 0228 4108-1550 gesendet werden. Wichtig ist die Angabe der Meldungs-ID (sofern vorhanden).

Oben genannte E-Mail-Adresse und Fax-Nummer sind auch alternative Kommunikationswege, sollte das MVP-Portal (aus technischen Gründen) nicht zur Verfügung stehen. Hier ist im Betreff die Ergänzung „Sicherheitsvorfallmeldung für GIT 1“ erforderlich. Sobald die Plattform aber wieder zur Verfügung steht, ist die vollständige Meldung über das Portal nachzureichen.

Das Rundschreiben ist mit seiner Veröffentlichung in Kraft getreten und steht Ihnen unter diesem Link auf der Homepage der BaFin zur Verfügung.

Rundschreiben der BaFin herunterladen



AnaCredit – Anpassungen der Meldevorgaben

Ab 1. September 2018 gelten neue Meldevorgaben und Codelisten für AnaCredit. Die neuen Meldevorgaben und Codelisten wurden durch die Deutsche Bundesbank Ende Mai auf ihrer Homepage veröffentlicht und stehen Ihnen unter diesem Link zu Verfügung.



ADG-Infoservice-Seminare mit rechtlichem und aufsichtsrechtlichem Bezug in 2018

In Zeiten sich ständig ändernder rechtlichen Vorgaben und Regelungen den Überblick zu behalten, fällt zunehmend schwerer. Mit unseren Seminaren mit rechtlichem bzw. aufsichtsrechtlichem Hintergrund verlieren Sie im Regulierungsdickicht von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien nicht den Überblick und sind jederzeit auf dem aktuellen Stand.

Nachfolgend haben wir Ihnen alle Seminare mit rechtlichem und aufsichtsrechtlichem Bezug aufgelistet, die wir in 2018 in unserem Angebot haben:


Zielgruppe
Branche
Veranstaltungsformat
Datum
ADG-Regional in Stuttgart: Vorstandsupdate zu MaRisk 6.0, Basel III & Co.
SB120-0329
Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
15.01.2020
ADG-Regional in Stuttgart: Vorstandsamt im Griff!
SB120-0330
Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
16.01.2020
Verschmelzung von Genossenschaftsbanken
SB120-0335
Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
26.02.2020-27.02.2020
Vorfälligkeitsentschädigungen, Umschuldung und Co. - rechtskonform abrechnen und Margen sichern
SB120-0336
Führungskräfte, Spezialisten
Finanzgruppe
Seminar
27.02.2020-28.02.2020
Die Anforderungen des § 25a KWG an den Vorstand – inklusive MaComp und § 25h KWG
SB120-0341
Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
17.03.2020-19.03.2020
ADG-Webinarreihe: Vorstandsupdate zu MaRisk 6.0, Basel III & Co.
ST0620-027
Vorstände
Finanzgruppe
Online
26.03.2020
09:00 - 11:30 Uhr
MaRisk-konforme Banksteuerung - einfach verstehen
SB120-0346
Führungskräfte, Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
26.03.2020-27.03.2020
ADG-Webinarreihe: Vorstandsupdate zu MaRisk 6.0, Basel III & Co.
ST0620-028
Vorstände
Finanzgruppe
Online
02.04.2020
09:00 - 11:30 Uhr
Vorstandsupdate zu MaRisk 6.0, Basel III & Co. Die aktuellen aufsichtsrechtlichen Entwicklungen
SB120-1081
Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
28.04.2020
Vorstandsamt im Griff! Corporate Governance, § 25c KWG, Vorstandshaftung, Dienstverträge & Co.
SB120-0334
Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
30.04.2020
Regulierungsupdate für Führungskräfte und Vorstandsassistenz
SB120-0356
Führungskräfte und Spezialisten, Spezialisten, Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
04.05.2020-05.05.2020
44er-Prüfungen MaRisk in Genossenschaftsbanken: Typische Feststellungen und Umsetzungsfehler
SB120-0365
Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
18.05.2020-19.05.2020
8. Zertifizierter Spezialist Meldewesen ADG
SRB120-031
Führungskräfte, Spezialisten
Finanzgruppe
Qualifizierungsprogramme
22.06.2020-10.12.2020
Risikokultur leben und in der Bank verankern
SB120-0651
Führungskräfte, Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
28.08.2020
MaRisk 6.0, BCBS 239 & Co.: Neue rechtliche Aspekte sicher umsetzen
SB120-0663
Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
03.09.2020-04.09.2020
23. Forum Bankenaufsichtsrecht
SB120-0371
Vorstände
Finanzgruppe
Tagung
03.09.2020-04.09.2020
Regulierungsupdate für Führungskräfte und Vorstandsassistenz
SB120-0379
Führungskräfte und Spezialisten, Spezialisten, Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
09.09.2020-10.09.2020
ADG-Webinarreihe: Vorstandsupdate zu MaRisk 6.0, Basel III & Co.
ST0620-029
Vorstände
Finanzgruppe
Online
10.09.2020
09:00 - 11:30 Uhr
ADG-Webinarreihe: Vorstandsupdate zu MaRisk 6.0, Basel III & Co.
ST0620-030
Vorstände
Finanzgruppe
Online
17.09.2020
09:00 - 11:30 Uhr
Vorstandsupdate zu MaRisk 6.0, Basel III & Co. Die aktuellen aufsichtsrechtlichen Entwicklungen
SB120-0376
Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
10.11.2020
Als Vorstand das Risikoreporting an den Aufsichtsrat optimieren
SB120-0377
Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
11.11.2020
Die Anforderungen des § 25a KWG an den Vorstand – inklusive MaComp und § 25h KWG
SB120-0381
Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
16.11.2020-18.11.2020
Aktuelle Fragen der Besteuerung und Betriebsprüfung von Kreditinstituten
SB120-0380
Führungskräfte, Spezialisten, Vorstände
Finanzgruppe
Seminar
25.11.2020-26.11.2020
AMM: Neuer Meldebogen C66.00 im Liquiditätsmeldewesen
SB119-1153
Führungskräfte, Spezialisten
Finanzgruppe
Online


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