ADG-Infoservice Regulatorik

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In unserer heutigen Ausgabe des ADG-Infoservice geben wir Ihnen einen Überblick darüber, welche Entscheidungen, Regelungen und Konzeptionen im aufsichtsrechtlichen Bereich wichtig für Ihre tägliche Praxis werden. So hat die BaFin beispielsweise eine Neufassung ihres Rundschreibens für Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch veröffentlicht. Darüber hinaus erwarten Sie weitere spannende Themen.

Aufsichtsratsmandate – Neue Dokumente der BaFin

Anfang Juli hat die BaFin auf ihrer Homepage eine überarbeitete Checkliste veröffentlicht, die aufzeigt, welche Unterlagen bei der Bestellung eines Mitglieds des Aufsichtsorgans einzureichen sind.

Darüber hinaus hat sie einen Musterlebenslauf eingestellt, der als Orientierung bei der Erstellung des abzugebenden Lebenslaufes des neuen Gremienmitgliedes dient.

Die Dokumente stehen unter diesem Link in den Rubriken „Formulare und Musterlebenslauf“ sowie „Checklisten“ zum Download bereit



NPLs im besonderen Fokus der Bankenaufsicht

In den letzten Monaten hat die europäische Bankenaufsicht mehre Dokumente zu Notleidenden Krediten (non performing loan = NPL) veröffentlicht, darunter einen neuen Leitfaden. Ergänzt wird dieser unter anderem durch die aufsichtlichen Erwartungen an die Risikovorsorge für notleidende Risikopositionen vom März 2018. Diese Dokumente gelten grundsätzlich nur für systemrelevante Institute und sind selbst für diese nicht verbindlich.

Allerdings müssen auch nicht systemrelevante Kreditinstitute die weiteren Entwicklungen zu notleidenden Krediten beobachten. Denn am 8. Juni 2018 ist die Frist abgelaufen, bis zu der  Stellungnahmen zum Entwurf der Leitlinien zur Verwaltung von notleidenden oder unterlassenen Krediten (Guidelines on management of non-performing an forborne exposures – EBA-NPL-Guidelines) der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde – EBA (European Banking Authority) hätten eingereicht werden können. Die EBA-Richtlinien sollen am 1. Januar 2019 in Kraft treten. Die EBA-NPL-Guidelines richten sich an alle zuständigen Aufsichtsbehörden und an die Europäische Zentralbank hinsichtlich ihrer Aufsichtstätigkeit, sowie an alle Kreditinstitute, die im Euroraum tätig sind. Unmittelbar rechtlich bindend sind die EBA-NPL-Guidelines für die Kreditinstitute, die gemäß Art 16 Abs. 3 der Verordnung Nr. 1093/200 alle erforderlichen Anstrengungen unternehmen müssen, um den EBA-NPL-Guidelines nachzukommen. Für nicht systemrelevante Kreditinstitute stellen die Guidelines vergleichbare Anforderungen im Umgang mit non performing loans (NPLs), non performing exposures (NPEs – notleidende Risikopositionen) und Forborne Expo-sures (gestundeter Forderungen -  FBEs) und der bezogenen Sicherheiten dar.

 

Im Wesentlichen folgen die EBA–NPL–Guidelines in Bezug auf die NPE-Strategie, die Governance und Ablauforganisation für NPE, den sogenannten Forbearance-Maßnahmen, der bilanziellen Erfassung von NPE, der Bewertung von Wertminderungen und Abschreibungen bei NPE und bei der Bewertung von Immobiliensicherheiten in Aufbau und Inhalt dem EZB-NPL-Leitfaden. Die EBA-Richtlinien enthalten die Verpflichtung zur Erarbeitung einer NPE-Strategie, um die NPEs in einem realistischen Zeitraum reduzieren zu können. Für einen effektiven und nachhaltigen Umgang mit NPEs bedarf es einer angemessenen Governance und Ablauforganisation. Diese umfasst unter anderem Steuerungs- und Entscheidungsprozesse, bei welchen die Geschäftsleitung die NPE-Strategie und den Implementierungsplan jährlich überprüft und deren Umsetzung konstant überwacht. Ebenso sollten alle Institute zur Überwachung von notleidenden Krediten und zur Verhinderung einer Bonitätsverschlechterung geeignete interne Verfahren und eine interne Berichterstattung einführen. Diese soll dazu dienen, potenziell notleidende Kredite zu einem sehr frühen Zeitpunkt zu erkennen und entsprechend zu handeln. Die Institute sollen auch geeignete Forbearance-Maßnahmen (Zugeständnisse an Kreditnehmer aufgrund finanzieller Schwierigkeiten) ergreifen, um die mit NPEs verbundenen Risiken abzufangen, eine Rückzahlung ausgegebener Kredite zu ermöglichen und Zwangsvollstreckungsmaßnahmen zu vermeiden. Unterscheiden sollen die Kreditinstitute zwischen kurzfristigen Maßnahmen (bis zu 2 Jahren) und langfristen Maßnahmen. Die EBA-Richtlinien enthalten auch Angaben darüber, wie NPEs bilanziell zu erfassen sind, wann sie überfällig sind sowie ab wann die Zahlung auf ein NPE unwahrscheinlich ist, ab wann sie als (teilweise) verzichtet gilt und wie Forbearance-Maßnahmen bei der Erfassung zu berücksichtigen sind. Die Bewertung von Wertminderungen und Abschreibungen haben bei NPE nach der individuellen Bedeutung der Risikoposition für das Kreditinstitut zu erfolgen. Die Bewertung soll dabei hinsichtlich zukünftiger Kapitalzuflüsse anhand eines „Going-Concern“ und des „Gone-Concern“-Szenarios erfolgen.

 

Mit den vorangegangenen Ausführungen möchten wir Ihnen einige Inhalte der neuen Guideline vorstellen. Es ist davon auszugehen, dass die EBA noch einige Anpassungen in ihrem Entwurf vornehmen, die Grundausrichtung der neuen Guideline aber vermutlich bestehen bleiben wird.

Entwurf der Guideline (in englischer Sprache) herunterladen


Am 28.09.2018 geben wir Ihnen in unserem ADG-Webinar „Leitfaden der EZB zu Notleidenden Krediten“ (SB118-1808) einen Einblick die Veröffentlichungen der europäischen Bankenaufsicht, so dass Sie frühzeitig erkennen können, wo Sie ggf. Anpassungen vornehmen müssen.



EBA konsultiert neue Leitlinien zu Auslagerungen

Im Juni hat die EBA neue Leitlinien zu Auslagerungen zur Konsultation gestellt. Die Konsultationsfrist endet am 24. September 2018. Damit reagiert sie auf aktuelle Entwicklungen der Institute, die zunehmend mehr Aktivitäten und Prozesse im Zusammenhang mit Bankgeschäften auf andere Unternehmen auslagern. Die EBA bezieht in die Weiterentwicklung der Leitlinien insbesondere IT-Auslagerungen mit Blick auf den Zugang und die verstärkte Nutzung neuer Finanzinnovationen ein. Für nicht systemrelevante Institute sind die Leitlinien jedoch nicht bindend, hier behalten die Anforderungen zu Auslagerungen aus den MaRisk AT 9 ihre Gültigkeit. Sicherlich muss aber abgewartet werden, wie die deutsche Bankenaufsicht zukünftig die vorgenommenen Ergänzungen im finalen Papier der EBA-Leitlinien in die MaRisk übernehmen wird, soweit die EBA-Leitlinien über die aktuellen Anforderungen der MaRisk hinausgehen.



ADG-Infoservice-Seminare mit rechtlichem und aufsichtsrechtlichem Bezug in 2018

In Zeiten sich ständig ändernder rechtlichen Vorgaben und Regelungen den Überblick zu behalten, fällt zunehmend schwerer. Mit unseren Seminaren mit rechtlichem bzw. aufsichtsrechtlichem Hintergrund verlieren Sie im Regulierungsdickicht von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien nicht den Überblick und sind jederzeit auf dem aktuellen Stand.

Nachfolgend haben wir Ihnen alle Seminare mit rechtlichem und aufsichtsrechtlichem Bezug aufgelistet, die wir in 2018 in unserem Angebot haben:

Zielgruppe
Branche
Veranstaltungsformat
Datum
AMM: Neuer Meldebogen C66.00 im Liquiditätsmeldewesen
SB119-1153
Führungskräfte, Spezialisten
Finanzgruppe
Online


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