„Ich“ im Mittelpunkt: Persönliches Verhalten in der Transformation

07.12.2017

Die Zeiten stehen in der genossenschaftlichen Welt "auf Sturm": Digitale Transformation, Fusionen, der Abbau von Arbeitsplätzen, das Schließen von Filialen, der Umbau von Organisationen – diese Herausforderungen können große Unsicherheit, Sorgen und Ängste bei den Mitarbeitern auslösen. Letztlich eint aber Vorstände, Führungskräfte und Mitarbeiter ein Grundgefühl: Sie stehen alle unter Druck! Wie kann eine Führungskraft während eines Transformationsprozesses Angst bei den eigenen Mitarbeitern reduzieren? Lösungsansätze stellt unsere Autorin Kerstin Karuschkat in ihrem Gastbeitrag vor.

Kerstin Karuschkat ist Dozentin im TOP-Managementprogramm und Geschäftsführerin der 3k Personalberatung GmbH mit den inhaltlichen Schwerpunkten auf Coaching, Teambuilding und Transformation.

Ein Transformationsprozess kann drei verschiedene Formen von Ängsten auslösen:

  1. Die Angst, an den neuen Herausforderungen des Jobs zu scheitern.
  2. Die Angst, nützliche und gute Beziehungen/Vernetzungen im Arbeitsumfeld zu verlieren.
  3. Die Angst, gekündigt zu werden.

 

Als Betroffener die Transformation persönlich gestalten

Empfehlung 1: Hören Sie zu, statt Lösungen zu finden!

Versuchen Sie nicht, Ihren Mitarbeitern die Angst auszureden. Wenn Sie als Führungskraft Ihren Mitarbeitern sagen, Sie hätten absolut nichts zu befürchten, degradieren Sie sie. Stattdessen hören Sie ihnen zu und bieten ihnen Unterstützung an. Aussagen an, wie „Ich verstehe Ihre Sorge“ bzw. „Ich verstehe, worum Sie sich Sorgen machen.“

Geben Sie keinesfalls einen praktischen Rat. Formulieren Sie niemals eine Lösung, wie „Wenn Sie Angst vor einem englischsprachigen Vorgesetzten haben, nehmen Sie doch Englischstunden!“. Das degradiert Ihr Gegenüber: Oftmals wollen Mitarbeiter nicht die pragmatische Lösung hören, sondern lediglich Ihre Sorge adressieren.

Empfehlung 2: Wertschätzen Sie das Vertrauen Ihrer Mitarbeiter!

Sagen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie es gut finden, dass sie ihre Ängste und Emotionen teilen. Betonen Sie, dass dies ein Zeichen des Vertrauens sei und Sie sich geehrt fühlen.

Empfehlung 3: Nutzen Sie den Gruppeneffekt!

Anstatt mit zu vielen Personen einzeln zu sprechen, nutzen Sie die heilende „Kraft der Gruppe“. Konzipieren Sie etwa eine Aufgabe: „Was sind die fünf größten Ängste der Gruppe?“ Hören Sie nun einfach zu und zeigen Sie Ihre Unterstützung. Es ist wahrscheinlich, dass ein früherer Unterstützer des Wandels es schafft, einige der Ängste innerhalb der Gruppe zu nehmen.

 

Mit der eigenen Angst umgehen lernen − Als Führungskraft die Transformation steuern

Unsicherheit auszuhalten, verursacht bei den meisten Menschen Angst. Das ist auch gut so! Denn dann können sie ihr Verhalten bewusst neu ausrichten: Machen Sie die Veränderung zu einem Gewinn für sich selbst! Reflektieren Sie Ihr Verhalten und verstärken Sie die positiven Elemente!

Denken Sie einmal in Ruhe über folgende Aspekte nach:

  1. Was macht Ihnen Angst? Finden Sie heraus, was Sie unter Druck setzt und respektieren Sie diese Angst.
  2. Reflektieren Sie: Worin sind Sie großartig? Bitte über-, nicht untertreiben!
  3. Vernetzen Sie sich. Einfach so, in und außerhalb der Genossenschaftswelt. Kontakte schaffen Jobs.
  4. Definieren Sie drei Kernbotschaften aus Punkt 2): Was können Sie anbieten? (kann gut mit Kunden umgehen, bin in der Beratung abschlusssicher, kreativ und marktorientiert etc.).
  5. Bauen Sie Ihre digitale Kompetenz aus. Fragen Sie Ihre Kinder! Laden Sie beispielsweise LinkedIn, Instagram, Twitter, Genossenschafts- Apps etc. auf Ihr Smartphone. Hier gilt: Einfach machen, Berührungsängste abbauen!
  6. Genießen Sie jeden Tag Ihren Job und verbreiten Sie gute Laune. Die ist fast der wichtigste Faktor im Job.
  7. Nehmen Sie proaktiv und positiv an allen Workshops, Projekten, Veranstaltungen teil, die es zu dem Thema Fusion, Veränderung etc. gibt. Sie sind ein "Veränderer" und zeigen es.

 

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, wird das positive Verhalten dazu führen, dass Sie sich besser fühlen und souveräner in Zeiten des Wandels auftreten.

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