ADG-Infoservice Regulatorik

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In unserer heutigen Ausgabe des ADG-Infoservice geben wir Ihnen einen Überblick darüber, welche Entscheidungen, Regelungen und Konzeptionen im aufsichtsrechtlichen Bereich wichtig für Ihre tägliche Praxis werden. Unter anderem hat das Fachgremium MaRisk das Protokoll der Sitzung aus dem September 2019 veröffentlicht.

BaFin: Neue Berechnungsmethodik der Eigenmittelzielkennziffer

„Gut genährt“, so lautet die Überschrift eines Artikels in der Januar-Ausgabe des BaFin Journals. In diesem Beitrag geht die BaFin auf eine neue Methodik zur Ermittlung der Eigenmittelzielkennziffer (EMZK) ein. Die BaFin hat die im Stresstest ermittelten Risiken verwendet, um für jedes Institut eine EMZK zu berechnen. Wie der Artikel verdeutlicht, liegen rund 30 Kreditinstitute unter ihrer individuellen Zielkennziffer.

Das Eigenkapital, was die Institute für die EMZK vorhalten sollten, ist um rund 24 Prozent gegenüber dem Jahr 2017 gestiegen. Auch im Stresstest 2017 simulierte man die Auswirkungen eines schweren wirtschaftlichen Abschwunges auf die Eigenmittel von Kreditinstituten. Da der Stresseffekt 2019 stärker ausfiel als im Jahr 2017, stieg auch die EMZK.

Nach der erstmaligen Bekanntgabe der EMZK 2017 wurde die Berechnung nun überarbeitet. Die EMZK bildet die Stressergebnisse nun proportional ab. Der Stresseffekt aus dem Stresstest 2019 fließt zu 65 % in die EMZK ein. Die Höchstgrenze der EMZK wurde nicht verändert und beträgt weiterhin 10 % des Gesamtrisikobetrages. Die EMZK muss aus hartem Kernkapital bestehen. Wie aus dem Artikel hervorgeht, steht dies im Einklang mit der Praxis der Europäischen Zentralbank, der Aufsicht in anderen Euroländern sowie den Vorgaben der Europäischen Bankenaufsicht EBA. Die EMZK ist Bestanteil des SREP Prozesses und im Rahmen dieses Prozesses, so die Autoren des Beitrages, fungiert sie als „Speckschicht“, die etwaige Verluste als erstes aufzehren. Sie soll gewährleisten, dass Institute auch in Stressphasen die aufsichtlichen Kapitalanforderungen der Säulen 1 und 2 einhalten können. Die EMZK dient der Aufsicht  als Frühwarnschwelle und ist Indikator, dass die BaFin besonders auffällige Institute einer (noch) intensiveren Aufsicht unterzieht.

Das BaFin Journal Januar 2020 finden Sie unter diesem Link auf der Homepage der BaFin.


Fachgremium MaRisk: Protokoll der Sitzung aus September 2019 veröffentlicht

Die BaFin hat kürzlich das Protokoll einer Sitzung des Fachgremiums MaRisk vom 27.09.2019 auf ihrer Homepage veröffentlicht. Folgende Themen wurden gemäß dem Protokoll in der Sitzung besprochen:

  • Methodik der Eigenmittelzielkennziffer
  • Umgang mit EBA-Leitlinien betreffend das Risikomanagement der Institute
  • Auswertung der Konsultation zur Änderungsverordnung FinaRisikoV
  • Ausblick auf die nächste MaRisk Novelle

Die Vertreter der Aufsicht geben unter dem Tagesordnungspunkt „Ausblick auf die nächste MaRisk Novelle“ einerseits einen Einblick in den anvisierten Zeitplan. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, wird die Novelle nur im Idealfall im Jahr 2020 noch verabschiedet. Dies wird mit dem Konsultationsprozess sowie dem umfangreichen Abstimmungsprozess erklärt.

Inhaltlich könnte sich die Novelle im Wesentlichen auf die EBA-Leitlinien zu Auslagerungen  sowie die Leitlinien über das Management notleidender und gestundeter Risikopositionen (NPL Leitlinien) beschränken. Die EBA-Leitlinien zur Kreditvergabe und –überwachung würden demnach in der anstehenden Novelle keine Berücksichtigung finden. Auf Nachfrage verdeutlichte die Aufsicht, dass sie nach derzeitigem Stand keine Übergangsfrist für Anforderungen aus den NPL-Leitlinien nach der Veröffentlichung der MaRisk-Novelle einräumen möchte. Daraus folgt, dass nach jetzigem Stand die Anforderungen zu NPL´s ab dem Veröffentlichungsdatum der MaRsik Novelle anzuwenden sind.

 

Das Protokoll der Sitzung des Fachgremiums finden Sie unter diesem Link.



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M.A., B. A.
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