Genossenschaftsbanken als aktive Gestalter von regionalen genossenschaftlichen Ökosystemen

Aktuell gibt es in Deutschland rund 7.800 Genossenschaften. Die ADG, Markus Stegfellner Unternehmensberatung und die R+V Versicherung haben mit dem „MakerCamp“ eine neue Initiative ins Leben gerufen, mit einem ambitionierten Ziel: Bis 2030 soll die Zahl der Genossenschaften in Deutschland auf 30.000 erhöht werden – und das genossenschaftliche Ökosystem spürbar wachsen. Die Organisatoren der Auftakt-Veranstaltung André Dörfler (Innovationsmanager bei R+V), Anne Neuroth (ADG-Portfolio Owner des Teams New Work & New Business) und Markus Stegfellner (Unternehmensberater, Business Development, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft für Gemeinwohl) erklären im Interview, was hinter der Idee und dem Start-Event „MakerCamp Genossenschaften“ steckt – und warum Führungskräfte aus Genossenschaften dabei sein sollten.

Die Macher des MakerCamp wollen die Neugründungen von Genossenschaften aktiv fördern. Warum?
André Dörfler (Innovationsmanager bei R+V)

Dörfler: Genossenschaften sind voll im Trend und cooler denn je. Sie werden neu entdeckt, gedacht und erfunden. Das hat gute Gründe: Genossenschaften sind Unternehmen, die vom Zweck und von Werten angetrieben werden und nicht nur vom Gewinn.

Das trifft den Zeitgeist. Deshalb ist es für R+V und ADG einfach nur logisch, dass ein Wachstum des genossenschaftlichen Ökosystems richtig und gut ist.

Was wäre der Unterschied, wenn es 30.000 Genossenschaften im Jahr 2030 in Deutschland geben würde?
Anne Neuroth (ADG-Portfolio Owner des Teams New Work & New Business)

Neuroth: Genossenschaften tragen zu einem besseren Leben und zu einer nachhaltigen Zukunft bei. Damit leisten sie einen Beitrag zur Gesellschaft und zur Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Diese Sustainable Development Goals (SDG) sind terminiert bis 2030, d.h. es ist die Aufgabe von allen Akteuren zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beizutragen. Somit ist die Motivation des MakerCamp ganz einfach: Mehr Genossenschaften können einen höheren Beitrag zu den SDG der Vereinten Nationen leisten.

Was passiert beim MakerCamp Genossenschaften?
Markus Stegfellner (Unternehmensberater, Business Development, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft für Gemeinwohl)

Stegfellner: Mit dem MakerCamp Genossenschaften als Start-Event wollen wir ein Wachstum des genossenschaftlichen Ökosystems und die Vision 30.000 Genossenschaften bis 2030 in Deutschland erreichen. Keynotes, Impulsvorträge, Paneldialoge, Interviews und Praxisbeispiele bieten inspirierende Impulse. Gemeinsam arbeiten wir im Camp und im Folgeprozess an mehreren Herausforderungen (Challenges), um das Wachstum und die Vision erreichen zu können.

Neuroth: Es gibt einige Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Die Bekanntheit und Attraktivität von Genossenschaften steigern und die Gestaltung eines einfachen, schnellen und digitalen Gründungsprozesses sowie die Finanzierung von Genossenschaften sind drei von mehreren Challenges. Das Camp ist der Auftakt zu einem Prozess, in dem wir an den identifizierten Herausforderungen konkret weiterarbeiten möchten.

Warum sollte ich als Vorstand einer GenoBank oder einer anderen Genossenschaft mit einem Möglichmacher-Paket dabei sein? Was bringt das meiner Organisation?

Dörfler: Zuerst sollte man sich als Vorstand fragen, ob man ein Teil des Wachstums des genossenschaftlichen Ökosystems und der Vision 30.000 Genossenschaften bis 2030 in Deutschland werden möchte. Wenn diese Frage mit „Ja“ beantwortet wird, dann ist der nächste logische Schritt, dass man dort hinein investiert. Mit einem Möglichmacher-Paket investiert man als Vorstand und Unternehmen in das Wachstum und in die Vision, weil man daran glaubt.

Was hat man als Genossenschaftsbank davon, kann man sich nun fragen. Jede neue Genossenschaft ist ein potenzieller neuer Firmenkunde und jedes Genossenschaftsmitglied ist ein potenzieller Privatkunde. Ein Wachstum des genossenschaftlichen Ökosystems ist daher nicht nur ein wirksames Invest in die Gesellschaft, sondern auch Neukundengewinnung.

Stegfellner: Übrigens: Wir sehen die Genossenschaftsbanken als aktiven Gestalter von regionalen genossenschaftlichen Ökosystemen. Das bedeutet mehr als reines Banking, das bedeutet Zukunft. Seien Sie dabei!  

 

Ihre Ansprechpartnerin

Anne Neuroth

Betriebswirtin (VWA)
Portfolio Owner - Development & Transformation