Als neuer Betriebsrat den besonderen Erwartungen gerecht werden

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Nicht nur angesichts der im Zeitraum vom 01.03. - 31.05.2018 anstehenden regelmäßigen Betriebsratswahlen steht der in einem Unternehmen (erstmals) gebildete Betriebsrat in besonderem Fokus. Sowohl von der Arbeitgeber- als auch der Arbeitnehmerseite wird er mit besonderen Erwartungen belegt. Einerseits fungiert er nach der allgemeinen Aufgabenbeschreibung in § 80 Abs. 1 BetrVG als „Überwachungsorgan“ mit „Friedensstifterfunktion“, § 74 BetrVG. Andererseits legt ihm das Gesetz mit § 2 BetrVG das (beiderseitige) Gebot zur „vertrauensvollen Zusammenarbeit“ mit dem Arbeitgeber auf.

Vertrauen, so der bekannte Soziologe Niklas Luhmann, sei ein „Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität“. Diese Einsicht gilt allgemein, so nach dem Gesetz offenbar auch im Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat: Wer statt auf Vertrauen auf ausschließlich eigene Kontrolle setzt, kann die täglichen Herausforderungen in ihrer Vielzahl und Vielschichtigkeit nur schwerlich neben den allgemeinen Aufgaben meistern.

Insbesondere für den Arbeitgeber bedeutet dieses Gebot – mit allen positiven wie negativen Konsequenzen – aber auch ein Stück weit Kontrollverlust: Nicht er allein überwacht die täglichen Abläufe, Sorgen und Belange seiner Mitarbeiter, sondern ist hierbei angewiesen auf ein Organ, das durch die Arbeitnehmer als zunächst „strukturelle Gegenpartei“ in der Interessenverfolgung gebildet worden ist. Lediglich dadurch, dass das Gebot in § 23 BetrVG (für beide Seiten) sanktionsbewehrt ist, wird es dem Arbeitgeber (bzw. den Beteiligten) dennoch ermöglicht, Vertrauen zu fassen. Schließlich hält ein Gesetz durch die Strafbewehrung den Gegenpart ausdrücklich an, die jeweils bestehenden Rechte und Interessen zu achten.

Daneben gilt für beide: Wer einmal Vertrauen enttäuscht hat, tut sich schwer, es wiederzugewinnen.

Ziel sollte daher – ausdrücklich für beide Seiten – sein, einen über die jeweiligen Rechte und Pflichten aufgeklärten Betriebsrat vorzufinden, mit dem sich das Gebot vertrauensvoller Zusammenarbeit im Unternehmen konstruktiv kommunizieren und umsetzen lässt und der gleichzeitig auch in der Lage ist, Arbeitnehmerinteressen sachgerecht und in Kenntnis der bestehenden Handlungsmöglichkeiten und -grenzen zu vertreten.

Die Regelungsmaterie des BetrVG als zentralem „Aufgabenkatalog“ mit den in unterschiedlichen Ausdifferenzierungen bestehenden Beteiligungsrechten ist allerdings komplex. Vielfach sind diese Fragen nicht allein mittels Lektüre der gesetzlichen Grundlagen zu lösen, sondern bedürfen ergänzender Kenntnis der einschlägigen Rechtsprechung. Auch zu Fragen des Umfangs von Mitwirkung und Mitgestaltung unter Beteiligung des Betriebsrats entwickelt sich das Arbeitsrecht parallel zu den tatsächlichen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt laufend fort.

Weder für die gebotene vertrauensvolle Zusammenarbeit, noch weniger für die vertrauensbasierte Repräsentation der Arbeitnehmer des Betriebs sind fehlende Kenntnisse über die gegenseitigen Rechte und Pflichten aber förderlich. Sind die jeweiligen „Dos“ und „Don'ts“ hingegen bekannt und können diese auch sachgerecht kommuniziert werden, steht einer vertrauensvollen, kompetenten Zusammenarbeit nichts mehr im Wege.


Als Arbeitgeber den eigenen Betriebsrat unterstützen

Vor diesem Hintergrund können und sollten Sie als Arbeitgeber „ihren“ Betriebsrat im Wissen um die Wichtigkeit professioneller Zusammenarbeit unterstützen und die entsprechende Qualifizierung aktiv begleiten. Hierbei stehen wir Ihnen zum Themenkomplex „Betriebsratsarbeit“ mit verschiedenen Qualifizierungsangeboten sowie kompetenter fachlicher Beratung zu allen anfallenden Fragen zur Seite.

Die behandelten Fragestellungen sind dabei frei von „Lagerdenken“. Die Veranstaltungen richten sich sowohl an Vorstände und Personalsachbearbeiter als selbstverständlich auch an (künftige) Betriebsratsmitglieder.

In unseren ADG-Webinaren erhalten Sie die Möglichkeit, sich mit überschaubarem Aufwand und ohne Reise- oder Abwesenheitszeiten auf sämtliche möglichen Fragen, „Fallen“ und sonstige relevante Aspekte im Zusammenhang mit der Betriebsratsarbeit vorzubereiten. In begleitenden Seminaren und Workshops erhalten sie ferner „in Präsenz“ die Möglichkeit, sich vertieft über einzelne Themen und Gebiete zu informieren.


Die ADG unterstützt Sie zu diesem Thema mit folgenden Qualifizierungsangeboten:

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Ihre Ansprechpartnerin

Christiane Ritter

Dipl.-Betriebswirtin
Produktmanagerin für: Personal- und Projektmanagement, Vorstandsstab, Organisationsentwicklung